Bizarre Strukturen

Höhle, Abri bei Berdorf Müllerthal

Etwas versteckt im Nordosten des Großherzogtums Luxemburg liegt die kleine Luxemburger Schweiz. Sie ist Teil des Deutsch- Luxemburgischen Naturparks und ist vor allem durch das Müllerthal und den Schiessentümpel bekannt.

Durch das Gebiet zieht sich auf 110 km Länge der Mullerthal Trail, der den Wanderer durch die landschaftlichen Besonderheiten der Region führt. Die Pfade, die man auch wunderbar in kleinen Touren begehen kann, führen vorbei an Höhlen durch enge Schluchten und Steinlabyrinthen, die die Natur geschaffen hat.Schlucht im Mullerthal

Das größtenteils bewaldete Gelände besteht aus Sandstein, das durch Erosionsprozesse fremdartige Felsgärten mit bizarren Formationen enstehen ließ.

Vor etwa 190 Millionen Jahren (Unterjura auch Lias) erstreckte sich über weite Teile Europas ein Meer, das an der Ardennenschwelle seine nördliche Grenze erreichte. In diesem Übergangsraum zwischen Festland und Meer lagerten sich Unmengen von Sand ab.

Die Sandkörner wurden im Laufe der Zeit durch Calciumcarbonat verklebt, so konnte sich nach und nach ein festes Gestein bilden. Der kohlensaure Kalk, der dafür nötig war, entstand aus der Meeresfauna, den Schalen und Gehäusen von Muscheln, Schnecken und Korallen, die im Liasmeer zu dieser Zeit in der Region lebten.

Über die Jahr Millionen verwitterte das Gestein auf unterschiedlichste Weise. Gegen Ende der letzten Eiszeit löste der ständige Wechsel von Frost- und Tauperioden gewaltige Felsrutsche aus. Die Ausschwemmung des Sandsteins durch Flüsse wie z. B. die Sauer trugen ebenfalls zu dem heutigen Erscheinungsbild bei.

Charakteristisch für die Petit Suisse, wie man sie in Frankreich und Luxemburg nennt, ist die Wabenverwitterung, die auf vielen Felsen gut zu erkennen ist.

Wabenverwitterung im Sandstein
Durch das ständige Durchfließen kieselsäure- und eisenhaltiger Sickerwässer und anschließender Abtrocknung bildeten sich unterschiedlich stabile Schichten, aus dem ausgespühlten Kalk des Gesteins. Die Oberfläche wurde sozusagen imprägniert dadurch härter und widerstandsfähiger gegen Verwitterung.

Der aus dem Stein gewaschene Kalk schützt so die Stellen an der Oberfläche des Fels, auf der er beim Verdunsten abgelagert wird. Weniger kalkhaltige Stellen sind Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt und erodieren schneller.

Bei diesem Vorgang, der sich über einen sehr langen Zeitraum fortsetzt enstehen ganz unterschiedliche runde Formen, Waben und Muster.

 
Eine Erkundung durch die Sandsteinfelsen kann man gut von den zahlreichen Parkplätzen, die unmittelbar an den Verbindungsstraßen liegen, beginnen. Übernachtungsmöglichkeiten findet man in den Orten Beaufort nördlich, Echtnernach etwas östlich des Müllerthals, in Consdorf südlich oder in Berdorf ganz zentral gelegen. Bei Berdorf gibt es auch für Kletterer einen Fels mit vielen Varianten.

Bilder von der Luxemburger Schweiz

Felsen in der Luxemburger Schweiz

Infos für Kletterer

Infos für Hiker

Quellen:
teufelsschlucht.de
wikipedia.de

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